Herren I – Saisonfazit 2019/2020

Mit großen Enthusiasmus startete die Erste Herrenmannschaft im August 2019 in die Vorbereitung zur Bezirksligasaison 2019/2020. Nach schweisstreibenden „Outdoor“-Sessions begab man sich dann auch wieder alsbald in die Halle und verfeinerte die Abläufe und absolvierte einige Testspiele, die einigermassen erfolgreich abliefen, Höhepunkt war hier sicherlich der Turniersieg in Reuschenberg, als sich alle Aufsteiger in die Bezirksliga der Handballkreise Krefeld-Grenzland (OTV), Düsseldorf (Reuschenberg) und Mönchengladbach (Kaarst-Büttgen) gegeneinander mißten.

Trainer Markus Kammann, in seiner vierten Saison als Verantwortlicher, baute in der Vorbereitung bewusst auf einen großen Kader, der trotz des studiumsbedingten Abganges von Linkshänder Lennart Kessler nach Erlangen-Bruck quantitativ und qualitativ gut aufgestellt war. Allerdings sollten sich weiteren Abgänge von Patrick Jockisch, Leon Ölschläger und kurz nach Saisonstart von Lars Rademacher im späteren Saisonverlauf als kleinere Herausforderung darstellen. Da ansonsten keinerlei externen Neuzugänge sich dem OTV anschlossen, setzte Kammann auf Potentiale aus der zweiten Mannschaft, zudem wurde auch der Fokus auf die Integration von einigen A-Jugendlichen gesetzt, bei denen Lukas Lüttger ohnehin schon als festes Kadermitglied galt, zudem u.a. Lennart Gohlke und Yannick Hüsges mit 4 Saisoneinsätzen die meiste Spielzeit nachweisen konnte. Aber auch Thimo Lortz, Lars Gronewald und Sven Gedamke konnten nach Erhalt des Doppelspielrechtes ihre ersten Erfahrungen bei der „Ersten“ machen, Corona verhinderte leider weitere Spielzeit für die Youngsters.

Das avisierte Ziel nach der Rückkehr nach zehn Jahren in der Bezirksliga war ein Platz unter dem Top 5 und wenn diese Vorgabe doch von Einigen belächelt wurde, sollte sich diese Einschätzung am Ende als durchaus realistisch beweisen. Nach fulminanten Saisonstart mit 12:0 Punkten und 183:146 Toren und Tabellenplatz eins war dann sogar die Euphorie (zu) maßlos und Trainer Kammann hatte Mühe die plötzlich überhöht aufkeimende Erwartungshaltung einzudämmen. Während die ersten sechs Saisonspiel gegen – bei allen Respekt – schlagbaren Gegner siegreich absolviert wurden, sollten die „Brocken“ erst noch kommen und die hatten es in sich. Wurde das Topspiel gegen Gartenstadt noch knapp mit 30:32 verloren, fiel die nächste Niederlage gegen Oppum (30:43) weitaus deftiger aus, wobei dort in Halbzeit eins lange Zeit ein Spiel auf Augenhöhe bestritten wurde. Richtig schlecht verlief dann die Begegnung gegen Kempen (18:31) und – sehr zum Ärger aller Beteiligten – das Derby gegen Lank (27:32). Gegen Anrath setzte es zwar mit 30:31 die letzte der fünf Niederlagen in Serie, gegen den verdienten Aufsteiger in die Landesliga agierte der OTV aber wieder auf hohem Niveau.

„Alles in allem kann man sagen, dass wir unsere Spiele ordentlich absolviert haben, bei den Niederlagen waren wir manchmal etwas zu Unerfahren oder hatten schlichtweg Pech, als unnötige Punktverluste sehe ich eigentlich nur die Pleite in Lank und das Unentschieden in Fischeln“ so Kammann. Was Kammann besonders störte war allerdings die – vor allem ab Januar 2020 – „gewöhnungsbedürftige“ Trainings- und Spieleinstellung einiger seiner Schützlinge. Durch die Eingangs erwähnten Abgänge und teilweise großes Verletzungspech hatte der OTV Phasen in denen es mühselig war, ein vernünftiges Training aufzuziehen und ab und an kam es auch zu Schwierigkeiten den 14er-Kader voll zu bekommen. Da lag die ein oder andere Priorität mancher Spieler allem Anschein nach auf andere Dinge als Handball. Nichtsdestotrotz steht der Kader weiterhin fest zusammen, interessierte Neuzugänge sind dennoch weiterhin gern gesehen, sobald die Vorbereitung los gehen kann sind die Verantwortlichen sicher, besonders motivierte – ggf. mit ein paar Kilos mehr als sonst – Spieler zu begrüßen.

Eine Vorgabe schreibt Kammann seinen Schützlingen bereits jetzt ins Aufgabenheft und nimmt dabei Anleihen bei einem der herausragenden Sportler aller Zeiten – Michael Jorda – der mal auf die Frage geantwortet hat, warum er trotz seiner alles überragenden Angriffsqualitäten so gut verteidigt: „Ich möchte Basketball spielen. Und das geht nur wenn ich den Ball habe. Hat der Gegner den Ball kann ich das nicht“ – heisst für die Kammann-Truppe, dass sie verinnerlichen müssen, dass sie nur richtig Handball spielen können, wenn sie auch richtig verteidigen wollen und können.

Abschliessend möchte der Erfolgscoach noch individuelle Ehrungen vergeben, neben der bereits erfolgten Mannschaftswahl des „Spieler der Saison“ (Vincent Gauda) möchte Kammann seinen sportlichen „MVP“ auszeichnen: Lucas Scheidt, für den „Abwehrspieler der Saison“ benennt er das Duo Julian Linssen und Christopher Scheuren, als „Mister Zuverlässig“ betitelt er Benedikt Nix und der Spieler der für ihn den „größten Entwicklungssprung“ hingelegt hat ist Markus Ummelmann.

Torschützenkönig mit 136 Treffern wurde Lucas Scheidt vor Benedikt Nix mit 125 Toren, die damit beide übrigens auch die Gesamttorschützenliste der Bezirksliga angeführt haben.

An dieser Stelle möchte die Mannschaft sich auch bei den zahlreichen Fans und Unterstützer bedanken, die nicht nur in Heimspielen für großen Zuspruch gesorgt haben, sondern auch in allen Auswärtsspielen großartigen Support geleistet haben. Auch das ORGA-Team hat abermals wieder Maßstäbe gesetzt. DANKE!

Die Gesamtstatistik der Saison 2019/2020 nach Einsätzen und Toren: